
Das Koreanische Amt für geistiges Eigentum hat im Juni 2026 Hinweise zu ordnungsgemäßen Patentanmeldungen im Zeitalter künstlicher Intelligenz veröffentlicht. Die Kernaussage ist eindeutig: Auch wenn AI im Erfindungsprozess eingesetzt wird, muss ein Mensch einen wesentlichen schöpferischen Beitrag leisten, um als Erfinder anerkannt zu werden.
Für Unternehmen und Forschende, die AI als F&E-Werkzeug einsetzen, ist dies eine praktische Checkliste vor der Patentanmeldung.
Das Recht auf ein Patent steht dem Erfinder oder dessen Rechtsnachfolger zu. AI selbst kann nicht als Erfinder benannt werden. Ein Mensch muss zur Entstehung der technischen Idee beitragen.
Wer lediglich einen allgemeinen Prompt eingibt und das Ergebnis unverändert anmeldet, riskiert Schwierigkeiten bei der Erteilung und später auch Nichtigkeitsangriffe. Die Unterlagen sollten zeigen, wer das technische Problem definiert, AI-Ergebnisse ausgewählt und Struktur, Verfahren, Algorithmus oder Versuchsbedingungen geändert hat.
Wenn die Erfindereigenschaft im Prüfungsverfahren hinterfragt wird, können Nachweise zum menschlichen Beitrag verlangt werden. Bei AI-unterstützten Erfindungen sollten vor der Erstellung der Beschreibung insbesondere folgende Unterlagen gesichert werden.
AI kann nicht vorhandene technische Inhalte, unbelegte Effekte oder unvalidierte Testergebnisse erzeugen. Solche Inhalte dürfen nicht wie echte Versuchsdaten in der Beschreibung oder in Prüfungsantworten dargestellt werden.
In Pharma, Advanced Materials, Batterien, Biotechnologie und Chemie ist das Risiko besonders hoch, weil Wirkungsdaten die Patentfähigkeit stark beeinflussen können. Von AI vorgeschlagene Stoffe oder Leistungswerte sollten vor der Nutzung in Anmeldungsunterlagen experimentell validiert werden.
Vor der Nutzung eines AI-Tools sollte geprüft werden, ob Eingabedaten für externes Training oder Serviceverbesserungen verwendet werden. Unveröffentlichte Erfindungen, Versuchsdaten, Kundendaten, Quellcode, Herstellungsbedingungen und Rezepturen können Neuheit und Geschäftsgeheimnisschutz beeinträchtigen.
AI kann F&E beschleunigen, erhöht aber auch Risiken bei Erfindereigenschaft, Datenvalidierung, Zuverlässigkeit der Beschreibung und Geheimnisschutz. Eine starke Anmeldung zeigt die menschliche technische Entscheidung hinter dem AI-Ergebnis. AI sollte als dokumentiertes Hilfsmittel genutzt werden, nicht als Ersatz für menschliche Erfindungstätigkeit.